Kolloquium

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Tempelhofer Wald Kolloquium

Alte Räume, neuer Inhalt.
Eine Gesprächsreihe zu aktuellen Formen kollaborativer Stadtentwicklung für eine nachhaltig leistungsfähige und konzeptionell vernetzte Kulturlandschaft.

Während Berlin von 1989 bis 2009 gerade aufgrund seiner räumlichen Möglichkeiten und günstigen Lebenshaltungskosten zu einem weltweit attraktiven Arbeits- und Ausstellungsort für Künstler*innen und Kulturschaffende geworden war, vollzieht sich seit gut zehn Jahren ein städtischer Wachstums- und Verdichtungsprozess, der die diese herausragenden Voraussetzungen für eine lebendige Kulturproduktion grundlegend verändert und sogar bedroht: Räume sind zu einer Ressource geworden, die nicht mehr im Überfluss vorhanden ist, sondern immer knapper wird – und gerade deshalb nicht zuletzt in Folge der Finanzkrise 2007 zunehmend als Wirtschaftsgut und Spekulationsobjekt gehandelt wird. In der Konsequenz wird es für Kulturproduzenten immer schwieriger, bezahlbare Räume für die eigene Arbeit zu finden. Was droht, ist ein Erschlaffen des kulturellen Lebens, eine Abwanderung von talentierten Künstler*innen, bis zum Bedeutungsverlust der Stadt Berlin als internationale Kulturmetropole.

Vor diesem Hintergrund hat das Verhältnis von städtischer Entwicklung und kultureller Produktion eine völlig neue Bedeutung bekommen. Was früher dank der Selbstorganisation von Kulturschaffenden mehr oder weniger von alleine lief, muss heute strategisch gedacht, wirtschaftlich organisiert und politisch begleitet werden. Es bedarf neuer Konzepte für das produktive Zusammenspiel von Kultur, Immobilienwirtschaft und Politik und auch von Kulturpolitik und Stadtentwicklungspolitik. Dafür braucht es in allererster Linie eines strukturierten und kontinuierlichen Dialogs, der die relevanten Akteure miteinander ins Gespräch bringt, um Bedürfnisse zu identifizieren und bereits funktionierende Ansätze weiterzuentwickeln. Und es braucht neue Formen der politischen Steuerung, die die Expertise der Künstler*innen und Kulturschaffende gezielt mit einbezieht, um mit ihnen gemeinsam zukunftsfähige Problemlösungen zu entwickeln, die den Beteiligten auch tatsächlich helfen und von ihnen konkret umgesetzt werden.

Die Stadt Berlin hat gegenwärtig die historisch einmalige Chance, herausragende Liegenschaften in zeitgemäßer Art und Weise, nämlich gemeinsam mit den Akteur*innen der Kulturlandschaft der Stadt, zu Kulturorten mit hoher regionaler und internationaler Strahlkraft zu entwickeln, die untereinander vernetzt sind und so Synergien schaffen. Diese angestoßenen Entwicklungen und Prozesse gilt es nun, weiter abzusichern, voranzubringen und miteinander zu vernetzen. Gefragt sind Plattformen für Professionalisierungsprozesse aller Akteur*innen, Evaluation von Praxisbeispielen, Optimierung von zukünftigen Verfahren, Handreichungen für die gleichberechtigte Zusammenarbeit und Verständigung auf Steuerungsmodelle.

Der Flughafen Tempelhof bietet für ein solches Entwicklungsprojekt ein außerordentliches Potential. Aufgrund seiner räumlichen Größe und historischen Bedeutung für die Geschichte der Stadt Berlin, die Wiedervereinigung Deutschlands und die Osterweiterung der EU scheint es nicht übertrieben zu sein, ihn mit dem Humboldt-Forum im Berliner Schloss zu vergleichen. Während das Humboldt Forum als ein Projekt des Bundes sehr stark als Top-Down-Prozess gesteuert wird, besteht beim Flughafen Tempelhof die Möglichkeit, einen Entwicklungsprozess zu moderieren, der gewissermaßen Bottom-Up von vornherein die kreativen Akteure und fachlichen Experten vor Ort mit einbindet und deren Kompetenzen nutzt. Insofern ein solches Vorgehen seit einigen Jahren auch das wissenschaftliche Verständnis von urbanen Entwicklungsprozessen charakterisiert, kann dafür auf reichlich praktische Erfahrung und theoretische Modelle zurückgegriffen werden.

Das Ziel der Exkursionen und des Kolloquiums besteht dementsprechend darin, auf der Grundlage von bereits existierenden Fallbeispielen, theoretischen Inputs und moderierten Gesprächen ein gemeinsames Verständnis von zukunftsweisenden Modellen und Methoden für eine kulturorientierte Liegenschafts- und Stadtentwicklungspolitik zu erarbeiten, das gegebenenfalls als Ausgangspunkt für die zukünftige Entwicklung des Tempelhofer Flughafens produktiv gemacht werden kann.

In Kooperation mit dem Institute for Cultural Governance werden hierfür eine Reihe von Stationen und Veranstaltungen konzipiert, die im Folgenden kurz skizziert wird. Aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit handelt es sich dabei lediglich um erste Vorschläge, die gegebenenfalls kurzfristig modifiziert werden können.

 
 
 
 
 

Beteiligte Referent*innen

André Franke ist Jahrgang 1976, 1997 nach Berlin gekommen und hat Stadt- und Regionalplanung studiert. Dann hat er als Stadtplaner zwei Jahre in der Bauleitplanung gearbeitet. Aus freien Stücken ist er Stadtführer geworden, weil er sehen wollte, wie sich Berlin verändert. Das ist er jetzt seit 2009. Gleichzeitig hat er begonnen, als Freier Journalist und Blogger über Berliner Stadtentwicklung zu schreiben. „Immer im Werden, niemals im Sein“ (das berühmte Wort von Karl Scheffler, 1910), ist sein Arbeitsthema, das er auf Futurberlin.de mit Texten und Touren bedient. Seit 2015 geibt er auch den „Skyscraper“ heraus, einen wöchentlichen Newsletter für Stadtentwicklung in Berlin.

Benjamin Seibel ist Direktor des kürzlich eröffneten CityLAB Berlin. Im CityLAB arbeitet ein Netzwerk aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Startups gemeinsam an Ideen und Lösungen für die Stadt der Zukunft. Bei der Technologiestiftung Berlin verantwortet er zudem den Bereich Ideation & Prototyping, ein Digitalteam zur Entwicklung gemeinwohlorientierter Digitalprojekte. Seibel ist Kulturwissenschaftler und arbeitete als Journalist und Kurator u.a. in New York, Rotterdam und Nicosia.

Birgit Schneider, Medienökologin Uni Potsdam, ist eine Medien- und Bildwissenschaftlerin mit einem starken Interesse an ökologischen Fragen. Sie ist Professorin für Wissenskulturen und mediale Umgebungen an der Universität Potsdam, Institut für Künste und Medien, im Fach Europäische Medienwissenschaft. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte sind die visuelle Kommunikation des Klimas seit 1800 und eine Genealogie der Visualisierung des Klimawandels zwischen Wissenschaft, Ästhetik und Politik. Ihre Monographie zu diesem Thema wurde 2018 unter dem Titel „Klimabilder. Eine Genealogie der Bildpolitiken von Klima und Klimawandel" veröffentlicht.

https://www.uni-potsdam.de/de/medienoekologie/index/personal.html

Birgit Schneider is a media and visual studies scholar with a strong interest in environmental humanities. She is professor for knowledge cultures and media environments at Potsdam University, Institute for Arts and Media, European media studies. Her current research focuses on the visual communication of climate since 1800 and a genealogy of climate change visualization inbetween science, aesthetics and politics. Her monograph on the subject was published in 2018, entitled Klimabilder. Eine Genealogie der Bildpolitiken von Klima und Klimawandel.

Claus Herrmann Geschäftsführung hochC

2017 Büro hochC Landschaftsarchitekten PartGmbB Lioba Lissner und Claus Herrmann

2006 Büro hochC Landschaftsarchitektur, Berlin, alleiniger Inhaber

seit 2000: Projektleitung, Objektplanung, Betreuung von Diplomarbeiten, DBU-Stipendiaten, Gutachten, Forschungsprojekte, Preisrichtertätigkeiten, Wettbewerbe, Publikationen

2000 Gründung und stellv. Vorstandsvorsitzender des Energiegarten e.V. Berlin

1999 Partnerschaft mit Prof. Schumacher in Schumacher + Herrmann GbR

Büro für Gartenkunst und Landschaftsarchitektur, Berlin

1992 Mitglied-Nr. 06375 der Architektenkammer von Berlin

1992 Landschaftsarchitekturbüro Claus Herrmann, Berlin, freiberuflich tätig

1991/1992 Projektleiter Britzer Garten GmbH

1989 Abschluss des Studiums der Landespflege (TFH Berlin) mit Diplom (Dipl-Ing. Landespflege)

Christian Hönig - Referent für Baumschutz des BUND Berlin. Förster, Baumpfleger, Stadtnatur Aktivist. Die grüne Stadt soll die Stadt der Zukunft sein. Wir umgeben uns mit einer Stadt-Natur, die der ursprünglichen nachempfunden ist. In der geplanten Stadt hat jeder Baum einen ihm zugewiesenen Platz und eine Funktion. Ihr Nutzen für uns begründet ihre Anwesenheit. Nur im Wald scheint es uns können Bäume ihre Freiheit finden und so wird der Wald zu einem Ort, an dem wir die Begegnung mit einer befreiten Natur suchen. Welchen Raum lassen wir Menschen den Bäumen, damit sie sich noch frei bewegen können?

https://www.bund-berlin.de/ueber-uns/bund-landesgeschaeftsstelle/

Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, wuchs in Rheinland-Pfalz auf und lebt heute in Berlin. Sie schreibt Prosa, Essays und Texte für die Bühne. Studium der Germanistik, Philosophie und Anglistik in Trier und London sowie „Szenisches Schreiben“ bei UniT Graz. Ihr Romandebüt Die Lichter des George Psalmanazar erschien 2009 im Berlin Verlag, es folgten der Erzählband Gloria und der Roman Pola sowie 2018 das Memoir Zeige deine Klasse. Die Geschichte meiner sozialen Herkunft bei Hoffmann & Campe. Für ihr Schreiben wurde sie u.a. mit dem Anna-Seghers-Preis, dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds sowie zuletzt 2017 mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet. Im Herbst 2018 gründete sie zusammen mit anderen Kolleg*innen das Ministerium für Mitgefühl.

Ela Kagel ist Geschäftsführerin von SUPERMARKT Berlin, einer Community-Plattform zur Entwicklung von Projekten rund um kollaborative Ökonomie. Als Digitalstrategin berät sie Organisationen und Teams und arbeitet an der Schnittstelle von Technologie, Geld und Gesellschaft. Mit dem SUPERMARKT hat Ela Kagel etliche Projekte ins Leben gerufen, wie zum Beispiel den Free Culture Incubator, die Konferenzreihe WORKAROUND, die sich mit neuen Arbeitsformen und der Selbstorganisation von Freelancern befasst, oder die Money Talks, die Finanzwissen und Ökonomie für alle vermittelt. Ela Kagel organisiert regelmäßig die Platform Coop Meetups in Berlin und beschäftigt sich intensiv mit dem Potenzial von digitalen Genossenschaften und neuen, horizontalen Organisationsformen. Sie ist Mitglied der DGOV Foundation und erforscht mit einem internationalen Team die Möglichkeiten dezentraler Mitbestimmung

Enrico Schönberg ist aktiv in der Initiative Stadt von Unten, welche sich gegen die Privatisierung des sogenannten Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg stark machte und nun für ein Modellprojekt mit wirklich bezahlbaren Mieten einsteht. Er ist vielfach aktivistisch umtriebig ob in der Beratung von selbstorganisierten Hausprojekten im Mietshäuser Syndikat, bei der Untersützung der Initiative Stadt Neudenken in Fragen der Berliner Liegenschaftspolitik oder im Netzwerk Immovielien für eine gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung.

http://stadtvonunten.de/

http://www.syndikat.org/

http://stadtneudenken.net/

Georg Scharegg stammt aus Chur (Schweiz), studierte in Zürich und lebt seit 1993 als Schauspieler, Regisseur und Theaterproduzent in Berlin. Nach einigen längeren Festengagements gründete er 2003 in Berlin das freie Produktionshaus Theaterdiscounter (TD) und leitet diesen als Regisseur. Als Schauspieler war er u.a. in den Kinofilmen „Nachbeben“, „Grounding“ und „Blue my Mind“ (2017) zu sehen. Regiearbeiten in Berlin waren uva. „Torquato Tasso – die Kunst des Redens über die Kunst“, die „verbesserung von mitteleuropa“ (Oswald Wiener) und der „Nachsommer“ von Stifter im Ballhaus Ost. Derzeit befindet sich die Produktion „Kulturrevolution“ über das Ende der Arbeit in Vorbereitung: https://theaterdiscounter.de/stuecke/kulturrevolution In der Schweiz entstanden „Die Fremdenindustrie“, „Mamma Helvetia“ und die Uraufführung von „Fräulein Stark“ von Thomas Hürlimann 2017 am Theater St. Gallen. Der Theaterdiscounter hat eine lange und bewegte Geschichte der Zwischennutzungen und Verdrängungen hinter sich. Derzeit laufen Bestrebungen, trotz völliger Umgestaltung des Quartiers am neu entstehenden Molkenmarkt mit dem Theater und dem Spielbetrieb zu bleiben.

www.theaterdiscounter.de

Hans-Hermann Albers (Berlin, geb. 1976 in Ankum) ist selbstständiger Architekt, Urbanist und Berater. Er studierte Architektur, Städtebau und Soziologie in Graz, Athen und Helsinki (Abschluss: Dipl.-Ing. Arch. 2004, TU Graz). Es folgten zahlreiche Forschungsarbeiten, Projekte und Ausstellungsbeiträge zu Architektur und Stadtentwicklungsprozessen. Er arbeitete in verschiedenen Büros und Projekt-Kooperationen und war in der Projektentwicklung tätig. Von 2006–2008 unterrichtete er als Lehrbeauftragter das Fach „Architektur und Tourismus“ an der TU Graz. Seine Promotion zum Thema „Corporate Social Responsibility“ und Stadtentwicklung erfolgte 2010 an der TU Graz (Dr. techn.). Als Unternehmensberater war er 2011-2012 für eine internationale Unternehmensberatung zum Thema Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung tätig. Er ist Inhaber eines Büros für Architektur, Städtebau und Stadtforschung und Mitgründer von Inwista (Institut für Wirtschaft und Stadt). Seit Oktober 2018 ist er Dozent am Fachgebiet Stadt- und Regionalökonomie, am Institut für Stadt- Regionalplanung der TU Berlin.

Hartmut Rosa, geb. 1965 im Schwarzwald, ist seit 2005 Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 zugleich Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Davor lehrte er an der Universität Augsburg, an der Universität Duisburg-Essen und an der New School for Social Research in New York. 2016 war er als Gastprofessor an der FMSH in Paris. Er promovierte 1997 an der Humboldt-Universität zu Berlin und habilitierte sich 2004 in Jena. Er ist Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift Time & Society. 2006 erhielt er den Thüringer Forschungspreis für Grundlagenforschung, 2016 den Tractatus Preis für philosophische Essayistik und 2018 den Erich-Fromm-Preis. Er leitet mehrere Forschungsprojekte, darunter die von der DFG-geförderte Kollegforschergruppe ‚Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-) Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften’. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und weltweit rezipiert. Zu den wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung (Berlin: Suhrkamp 2016); Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne (Frankfurt/M.: Suhrkamp 2005); Identität und kulturelle Praxis. Politische Philosophie nach Charles Taylor (Frankfurt/M. und New York: Campus 1998) sowie Soziologische Theorien (mit David Strecker und Andrea Kottmann (Konstanz: UVK/UTB 2007).

Heike Aghte ist aktiv in der Initiative THF.VISION: einer Bürgerinitiative, die sich seit zweieinhalb Jahren dafür engagiert, unter Beteiligung der Berliner Bevölkerung, NGO, gemeinwohlorientierter Betriebe sowie Forschungseinrichtungen einen Experimentier-, Forschungs- und Bildungsort zu schaffen, an dem eine enkeltaugliche urbane Versorgungs- und Lebensweise erprobt wird. Die Bürgerinitiative hat einen Gemeinwohlplan entwickelt, der sich an den 17 UN-Nachhaltigkeitszielen orientiert, und ist überzeugt davon, dass das Flughafengebäude Tempelhof sich hervorragend für einen solchen Ort eignen würde. Heike Aghte ist außerdem Mitglied im Arbeitsgremium zum Partizipationsverfahren "Zukünftige Nutzung des Flughafengebäudes Tempelhof". Als ursprünglich "gelernter" Lehrerin und Inhaberin eines Büros für Umweltkommunikation liegen ihr aktuelle ökologische Fragestellungen besonders am Herzen.

Jillian Anthony absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Akademie für Darstellende Kunst Rheinland-Pfalz. 2001-2004 war sie festes Ensemlemitglied des Stadttheaters Koblenz und spielte dort zahlreiche Hauptrollen, u.a. in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", Schillers "Kabale und Liebe" und "Die Jungfrau von Orleons", Lessings "Nathan der Weise", Ibsens "Ein Volksfeind", Wedekinds "Frühlingserwachen", Tschechows "Drei Schwestern" und Strindbergs "Fräulein Julie".

Seit 2004 lebt sie als freischaffende Schauspielerin in Berlin und ließ sich von Gastengagements u.a. nach Heidelberg, Erfurt, Stuttgart, Kempten Celle und Potsdam ziehen. Am Neuen Globe Theater Berlin spielt sie die Luciana in "Koödie der Irrungen" sowie Orlando in "Wie es euch gefällt". Zuletzt spielte sie die Jory in "Geächtet" von Ayad Akhtar im Alten Schauspielhaus Stuttgart mit dem sie zweifach auf Tournee ging.

Sie steht regelmäßig für verschiedene Fernsehproduktionen bei ARD, WDR, SAT1 und RBB Berlin vor der Kamera und bekam 2014 den Preis der Stadt Gera für den Kurzfilm "Mind Off".

Johanna Hoerning ist Soziologin an der TU Berlin. In ihren Arbeiten befasst sie sich mit sozialer Ungleichheit und Politik, insbesondere mit Bezug zu städtischen Räumen. 2013 promovierte sie zu Megastädten in Brasilien an der Goethe Universität Frankfurt (erschienen im transcript Verlag). Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen städtischer, nationaler, europäischer und globaler Ebene im Kontext von Wohnungspolitik einerseits und Asylpolitik andererseits. Sie ist Mitherausgeberin von ‚sub\urban – zeitschrift für kritische stadtforschung‘ sowie der Buchreihe ‚Raumproduktionen‘ im Verlag Westfälisches Dampfboot.

Silvia Baptista identifiziert sich als eine schwarze Frau, quilombolanischen Ursprungs (Nachkommen von versklavten Menschen). Sie ist vor allem eine Kämpferin für soziale Belange. Sie war Teil der feministischen Sozialbewegungen der 80er Jahre in Brasilien, als sie in der populären Wohnbewegung und gegen Vertreibungen gearbeitet hat. Sie war Mitbegründerin des Verbandes der Landwirte von Vargem Grande (Agrovargem), wo sie lokale Strategien im Bereich der Agrarökologie entwickelten. Sie ist Mitgliederin der Coletivo Popular de Mulheres da Zona Oeste von Rio de Janeiro. Sie ist Teil der Projektleitung des Projekts "Living and Planting in the Metropolis" (Morar e Plantar). Sie ist Artikulatorin des Feministischen Netzes der Kommunikation in der Agrarökologie (Teca). Sie hat einen pädagogischen Hintergrund, ist spezialisiert auf Innovationsmanagement in der Phytomedizin und hat einen Master-Abschluss in Naturwissenschaften, arbeitete als Assistentin in der Forschung des Fitorixi-Netzwerks: Ethnobotanik und Naturschutz für Arzneipflanzen als Subvention für die Einführung einheimischer Arten des Amazonas-Bioms in das Einheitliche Gesundheitssystem von Oriximiná - Pará, Brasilien. Derzeit ist sie Doktorandin im Bereich Stadt- und Regionalplanung (IPPUR-UFRJ).

Tom Mustroph, geboren in Berlin, ist in Berlin und Palermo als freier Autor und freier Dramaturg tätig. Nach einem Studium von Literatur-, Theater- und Kulturwissenschaft in Berlin und Paris operiert er in so unterschiedlichen gesellschaftlichen Subsystemen wie dem Theater, der Kunstszene und dem Sport. Dabei interessiert ihn in erster Linie, wie selbstverantwortliches Arbeiten elegant und unter Einhaltung moralischer Mindeststandards gelingen kann (mitunter in Theater und Kunst) und welche Konstellationen systematisch zum Scheitern führen (Doping, Spielmanipulation und Mafia).

Volker Hassemer ist seit 2003 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin. Er war Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz (1981 bis 1983 sowie 1991 bis 1996) sowie Senator für kulturelle Angelegenheiten (1983 bis 1989). 1996 bis 2002 war Hassemer Geschäftsführer der Hauptstadt-Marketing-Gesellschaft Partner für Berlin. 2006 gründete Volker Hassemer gemeinsam mit Dieter Rosenkranz die Stiftung Zukunft Berlin, die er bis heute leitet.